Trendbeschleuniger Corona III: Nachhaltigkeit

Trend

Nachhaltigkeit: Gebot der Stunde oder nicht mehr zeitgemäß? Wir fragen Michaela Drage, Engineering Director umdasch The Store Makers, nach der Relevanz im Retail.

Frau Drage, es wird gerade immens viel Müll produziert. Ist das Thema Nachhaltigkeit im Retail noch aktuell?

Definitiv ist das Thema Nachhaltigkeit weiterhin aktuell. Mehr noch: Corona trägt dazu bei, die Situation weiter zu verschärfen. Man denke nur an die vielen Bilder, die mittlerweile den zusätzlichen Müll in Form von Einwegmasken, Schutzhandschuhen und Desinfektionsmittelflaschen in den Weltmeeren zeigen. Der Abfall droht ganze Erdteile in der Tier- und Menschenwelt zu zerstören. Daher sehen wir uns bei umdasch weiterhin in der Verantwortung, als Store Makers auf Produktentwicklungen am POS zur Müllreduktion bzw. Vermeidung zu setzen.

Kommen grüne Unternehmen besser durch die Krise?

Die Covid-19 Pandemie hat anfänglich viele Konsumenten in eine sprichwörtliche Schocksituation katapultiert – die Reaktionen daraus waren divergent. Einerseits konnte eine starke Bewusstseinsänderung hin zum regionalen Einkauf über unterschiedlichste Kanäle, wie online, offline und per Zustellung beobachtet werden, andererseits waren (Hamster-)Einkäufe von vorwiegend verpackten Produkten in den Lebensmittelmärkten die Folge. Das Leben hat nun auf eine neue Art und Weise und in einem veränderten Umgang miteinander Fahrt aufgenommen. Damit ist auch wieder das Umweltbewusstsein und die Notwendigkeit der Veränderung durch den Beitrag jedes Einzelnen zurückgekehrt – auch im Retail.

Der Liquid Dispenser von umdasch ermöglicht die Vermeidung von Plastikmüll durch Refilling. Hier bei Sainsbury's (UK). Foto: Sainsbury's

Wo liegen neue Aspekte und Herausforderungen für nachhaltigeres Store Design?

Es geht heute um mehr als nur den Verkaufserfolg pro Quadratmeter – wir als Store Makers bei umdasch sehen unsere Aufgabe darin, das „Erlebnis pro Kubikmeter“ im Retail erfolgreich zu gestalten – und dafür sind eine Vielzahl an Facetten notwendig. Nachhaltige Stores beginnen bei der Planung und Konzeption, führen weiter über die Produktentwicklung in einem Cradle-to-Cradle Denkansatz der konsequenten Kreislaufwirtschaft, dem nachhaltigen Ressourceneinsatz von Materialien, einer regionalen Produktion und Installation bis hin zur Wiederverwendung von Ladenbauelementen über Jahrzehnte.
All das bietet natürlich in Anbetracht der Digitalisierung – Stichwort kontaktloses Einkaufen – damit verbundene Potentiale, dessen Wege wir mit unseren Kunden beschreiten und als Gesamtanbieter aus den Bereichen Design, Ladenbau und Digital Solutions optimal abdecken.
Die Herausforderung ist natürlich die Schärfung des Kostenbewusstseins – ein hochwertiger und nachhaltiger Materialeinsatz und dessen regionale Wertschöpfung und Verarbeitung in Europa hat seinen Wert. Mit unserem umdasch CO2-Kalkulator können wir sehr gut darstellen, wie viel Einsparungen an Tonnen CO2 mit lokaler Produktion möglich sind.

Nachhaltiges Store Design muss einen ganzheitlichen Planungsansatz verfolgen – wie von umdasch auf der EuroShop 2020 präsentiert.

Welche speziellen Produkte bietet umdasch hierfür?

Unser „GreenShelf“ wurde mit dem Ziel entwickelt, das Regal mit der besten CO2-Bilanz herzustellen. Für dieses Regalsystem werden daher innovative, biologische Materiallösungen mit hohem ästhetischen Anspruch verwendet. Ob Jute, Leinen, Holzgeflechte, Schichtstoffplatten aus recyceltem Papier, Bio-Kunststoffplatten, Lehmplatten oder auch bepflanzte Wände – mit diesen Materialalternativen lassen sich äußerst kreative Akzente setzen. Für die Fachböden eignen sich spezielle 3-Schicht-Platten aus heimischer Fichte, die bei unserem Schwesterunternehmen DOKA vielfach in Verwendung sind. 

Des Weiteren möchten wir nicht nur den Händlern nachhaltige Alternativen anbieten, sondern auch den Konsumenten Möglichkeiten zum verpackungsfreien Einkauf geben. Maximale Hygiene ist gerade jetzt das Um und Auf. Ein Resultat unserer Entwicklungsarbeiten für den POS zeigt das Refilling-System „Liquid Dispenser“, der die unkomplizierte Wiederverwendung von Behältern erlaubt, zum Beispiel für Produkte wie Flüssigwaschmittel. Der Solid Dispenser macht hingegen ein sauberes Abfüllen von Produkten im Trockensortiment möglich.

Der Solid Dispenser ermöglicht das unbeschwerte Abfüllen von Produkten im Trockenstortiment.

Wir bieten aber auch umweltfreundliche Dienstleistungen an, wie etwa unser Refurbishment-Konzept „umdasch refresh your shelf“. Bei diesem Gesamtpaket werden Regale gereinigt, neu beschichtet, wieder zusammengebaut oder teilweise durch neue Elemente ersetzt – das Grundgerüst bleibt dasselbe.

Sind weitere Dienstleistungen, wie das Store Design auch von Corona betroffen? Inwiefern ändert sich die Herangehensweise der Designer bei der Konzeption und Planung neuer Geschäfte? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns kommende Woche im vierten und vorerst letzten Teil der Infoserie „Trendbeschleuniger Corona“. Stay tuned, stay healthy, stay alert!

 

 

In unserer Reihe „Trendbeschleuniger Corona“ zeigen wir Ihnen, welche Auswirkungen die vergangenen Monate langfristig auf verschiedene Aspekte des Retails haben. In den letzten Beiträgen der Serie hat Silvio Kirchmair, CEO umdasch The Store Makers, schon über die Neue Normalitätaufgeklärt und Bernd Albl, Managing Director umdasch Digital Retail, über die Bedeutung von Digital Retail erzählt.

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